Universität KonstanzExzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Shaheen Dill-Riaz erhält Grimme-Preis für seinen Dokumentarfilm „Eisenfresser“

10. März 2010

Shaheen Dill-Riaz

Der Regisseur ist derzeit Fellow am Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz.

Der Dokumentarfilm „Eisenfresser“ wurde am 10. März 2010 in der Kategorie „Information & Kultur“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Shaheen Dill-Riaz, Autor, Regisseur und Kameramann in einem, wirft darin einen kritischen Blick auf die Arbeitsbedingungen in den Schiffsabwrack-Werften im Süden von Bangladesh. Seine Sympathie gilt vor allem den Tausenden von Arbeitern aus dem Norden, die die Armut an die Strände von Chittagong treibt, wo sie ausgemusterte Tanker und Containerschiffe aus den Industrieländern von Hand zerlegen. Anders als die Einheimischen bekommen sie die schweren, gefährlichen, weniger lukrativen Jobs. Sie arbeiten barfuß und mit bloßen Händen, ohne Sicherung, setzen ihr Leben nicht selten aufs Spiel und können am Ende von dem Lohn oft kaum die Heimreise zahlen. Doch Dill-Riaz’ Perspektive ist nicht voreingenommen: Auch die andere Seite, die der kleinen Subunternehmer und der Werftbesitzer, werde, so die Jury, nicht denunziert.

In ihrer Begründung hebt die Jury Dill-Riaz’ „poetische Kamera“ hervor, die die Zuschauer zum intensiven Hinsehen führe und damit auch einen genauen Blick auf die Konsequenzen der Wohlstandsgesellschaft ermögliche, welche ihre Problemfälle in andere Länder auslagere.

„Eisenfresser“, ursprünglich eine Kinoproduktion, die jedoch stets auch das Fernsehformat mitdachte, wurde bereits auf mehreren internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. „Der renommierte Grimme-Preis ist für mich eine ganz besondere Würdigung,“ erklärt Dill-Riaz, „weil er beweist, dass die ästhetische Herausforderung, Kino- und Fernsehprojekt zu verbinden, gelungen ist.“ Er freue sich besonders auch im Namen der am Projekt beteiligten Sender, dem Bayerischen Rundfunk, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und ARTE.

Der Preisträger ist bis Dezember 2010 Fellow am Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz, einer der tragenden institutionellen Säulen des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ an der Universität Konstanz.

Kontakt

Claudia Marion Voigtmann
Tel. 07531 88-4741
claudia.voigtmann[at]uni-konstanz.de


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E-Mail claudia.voigtmann[at]uni-konstanz.de

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