Universität KonstanzExzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Neuerscheinung: Der Wille zum Willen. Der Naturalismus und die Gründung der literarischen Moderne 1880-1900. Von Ingo Stöckmann

3. Juni 2009

Berlin: de Gruyter, 2009.
Zitation

Am Ende des 19. Jahrhunderts, das den Fortschritt und die wissenschaftlich-technische Beherrschung des Lebens zu kulturellen Leitmaximen erklärt, rückt ein menschliches Vermögen in den Vordergrund: die Willenskraft. Im breiten Spektrum zwischen der Literatur des Naturalismus und den philosophischen, thermodynamischen, psychophysischen, experimentalpsychologischen und sozialtheoretischen Konjunkturen des Begriffs rekonstruiert die Arbeit die vielfältigen Selbstdeutungen, die die Ermächtigungen und Erschöpfungen des Willens der modernen Kultur bereitstellen. Im Namen dieses doppelten Willens begründet der Naturalismus eine literarische Moderne, die ihr mitleidloses Bewegungsgesetz dem darwinistischen Daseinskampf ablauscht, die sich ‒ lange vor dem Dezisionismus der Weimarer Zeit ‒ willig Tätern, Entscheidern und Opfergewalten überlässt und die sich zugleich als Elegie ihrer überlebten sozialen Traditionen und entropischen Formverluste betrauert. Vor diesem Hintergrund entsteht eine naturalistische Vorgeschichte jener ‚klassischen‘ literarischen Moderne, die sich nach 1900 gewöhnlich als traditionslos begreift.

PD Dr. Ingo Stöckmann ist Alumnus des Kulturwissenschaftlichen Kollegs (April 2007-Februar 2008). Seine hier vorliegende Habilitationsschrift hat er während seines Kollegaufenthaltes beendet.


Diese Seite abonnieren

Logo RSS

Um aktuelle Nachrichten aus dem Exzellenzcluster zu beziehen, abonnieren Sie unseren RSS-Feed.