Universität KonstanzExzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Neuerscheinung: Zweimal Reflexivität in der gegenwärtigen Sozialwissenschaft: Anmerkungen zu einer nicht geführten Debatte. Von Andreas Langenohl

8. April 2009

In: Forum: Qualitative Sozialforschung, 10, 2 (2009), Art. 9

Der Artikel rekonstruiert und vergleicht zwei verschiedene Verwendungsweisen der Kategorie der Reflexivität in gegenwärtigen Debatten in den Sozialwissenschaften. Unterschieden wird eine Verwendungsweise, die stark durch den textual turn in der Kulturanthropologie beeinflusst wurde, von einer Gebrauchsweise im Sinne von Pierre Bourdieus Begriff „wissenschaftlicher Reflexivität“.
Während die erstere Gebrauchsweise von einem epistemologischen Bruch mit der wissenschaftlichen Moderne ausgeht und als ihr Ziel eine immer weiter gehende Kontextualisierung und Relationierung ihrer Forschungsergebnisse und -methoden ansieht, geht Bourdieu von der ungebrochenen Möglichkeit soziologischer Objektivität aus, die durch eine reflexive Objektivierung der soziologischen Praxis gewährleistet werden soll. Diese beiden Gebrauchsweisen, die bislang kaum in Austausch miteinander getreten sind, stellen unterschiedliche Reaktionen auf bzw. Rekonstruktionen und Übersetzungen von Poststrukturalismus und Postmoderne in der Sozialforschung dar.

zum Artikel

Dr. habil. Andreas Langenohl leitet die Forschungsgruppe „Idiome der Gesellschaftsanalyse“. Er forscht zu „Die Doppelkarriere eines Konzepts: „Reflexivität“ als Zeitdiagnose und als Forschungsstrategie im sozialwissenschaftlichen Diskurs“. Abstract


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