Universität KonstanzExzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Neuerscheinung: I conti con il passato [Die Abrechnung mit der Vergangenheit]. Von Pier Paolo Portinaro

6. Dezember 2011

Cover

Vendetta, amnistia, giustizia [Rache, Amnestie, Justiz]. Milano: Feltrinelli 2011.

Wie behandelt man ehemalige Regime und Akteure von Bürgerkriegen strafrechtlich? Diese Frage ist heutzutage sowohl für die nationale wie auch internationale Politik von zentralem Interesse. Dem war nicht immer so. Die Geschichte des Umgangs mit ehemaligen Regimen kennt dafür zwei Wege: Den Racheakt durch gnadenlose Aufrechnung der verübten Gräueltaten und die Amnestie.
Doch dies hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Die internationale Justiz zieht mehr und mehr Hauptverantwortliche von Gewaltverbrechen in internationalen Strafprozessen zur Verantwortung. Dem gegenüber stehen die Anhörungen von Wahrheits- und Versöhnungskommissionen, die die verschiedenen Formen der „Makrokriminalität des Staates“ aufdecken sollen, um die Grundbedingungen gegenseitiger Aussöhnung zwischen Regierungen und Zivilbevölkerungen wiederherzustellen.
Der Übergangsprozess zu einer fortwährenden Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist schwer belastet, da er Fragen zur moralischen Akzeptanz kollektiver Verantwortung ebenso aufwirft wie solche zur Politisierung der Erinnerung.

Prof. Dr. Pier Paolo Portinaro lehrt Politische Philosophie an der Universität Turin. Das Buch entstand während eines Forschungsaufenthaltes 2010 bis 2011 am Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz.


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